Tag 4: Kloster St. Ciaran (Clonmacnoise), Heimkehr & Galway
Von Bruder Bob Roddy, OFM Conv.
Wir verließen heute Dublin und fuhren zu den Ruinen eines Klosters, einer Universität und einer Kirche, die 545 von St. Ciaran (Kieran) am Ufer des Shannon in der Grafschaft Offaly in den irischen Midlands gegründet wurden. Tragischerweise starb St. Ciaran jung (mit 30 Jahren), doch sein Einfluss durch dieses Klosterzentrum wirkte noch Jahrhunderte weiter. Die Stätte birgt zahlreiche Ruinen, darunter viele alte und neuere Gräber. Papst Johannes Paul II. besuchte diesen Ort auf seiner Irlandreise im Jahr 1979.
Die Stätte lag an einem wichtigen Knotenpunkt des Shannon und der Eischir Riada, der wichtigsten Ost-West-Landverbindung über die Insel. Aufgrund ihrer Lage wurde sie häufig von den Wikingern und später von den Briten angegriffen.
Auf dem Gelände befinden sich drei Hochkreuze, wobei die Kreuze im Freien Kopien der Originale sind, die in einem sehr schönen Besucherzentrum ausgestellt sind. Laut Reiseführer beherbergt die Stätte die größte Sammlung frühchristlicher Grabplatten in Westeuropa.
Nach einer kurzen Führung mit einem Mitarbeiter des Amtes für öffentliche Arbeiten fuhren wir nach Athlone, einer kleinen Stadt mit 21.000 Einwohnern, um in Gertie Brownes Pub zu Mittag zu essen. Der kurze Besuch in Athlone war für mich besonders bedeutsam, da dies der Ausgangspunkt für meinen Urgroßvater John C. Roddy und seinen Bruder Patrick Roddy war, als sie Irland irgendwann während des Bürgerkriegs verließen, um in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Als ich die Stadt und die Kirche betrachtete, die wahrscheinlich lange nach der Abreise meines Urgroßvaters und Großonkels aus Irland erbaut worden war, überkam mich ein Gefühl der Wehmut. “Wie muss es für sie gewesen sein, sich von Familie und Freunden zu verabschieden und sich in einem noch recht jungen Land ein neues Leben aufzubauen?“
Wir kamen rechtzeitig zur Messe in der St. Mary’s Church in Galway an und bezogen anschließend unser Hotel für den Abend. Nach dem Abendessen suchten einige von uns in einem der örtlichen Pubs nach Livemusik, doch leider ist Dienstag nicht der beste Tag dafür. Hier findet gerade ein Kunstfestival statt, weshalb die Straßen voller Menschen aus aller Welt sind.











