
Von Bischof John Stowe, OFM Conv.
Die gegenwärtige Synode zur Synodalität, die in der gesamten Kirche stattfindet, wurde ins Leben gerufen, um die Teilhabe aller Getauften am kirchlichen Leben zu stärken. Obwohl die Synode als eigenständiges Organ innerhalb der Kirche von Papst Paul VI. auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil wieder eingesetzt wurde, fungierte sie bisher vorwiegend als Beratungsgremium, das dem Papst dient und verschiedene für das Leben und die Sendung der Kirche wesentliche Themen erörtert. Sie hat die Kollegialität der Bischöfe aus aller Welt gefördert und im besten Fall Gelegenheit für angeregte Diskussionen und Debatten darüber geboten, wie wir unseren Glauben in der heutigen Welt am besten leben können.
Seit der Einberufung der Familiensynoden hat Papst Franziskus immer wieder seinen festen Wunsch geäußert, dass die Bischöfe mutig sprechen und einander in Liebe zuhören, anstatt bereits Gesagtes nur vorsichtig zu wiederholen. Er betonte auch, dass eine Familiensynode Paare und Familien einbeziehen müsse, um der Kirche heute etwas Wertvolles zu sagen zu haben. Mit der jüngsten Einberufung der Synode hat Papst Franziskus die Rolle der gesamten Kirche erweitert und alle Diözesen weltweit aufgefordert, Gesprächsrunden abzuhalten, um wirklich zu hören, was das Volk Gottes sagt und die Stimme des Heiligen Geistes in ihren Erfahrungen zu erkennen.
Für die Franziskanerfamilie war das Zusammenleben wie Brüder und Schwestern und das Hören auf die Stimme jedes Einzelnen schon immer ein Ideal. Das Gemeinschaftsleben bedeutete stets mehr als nur unter einem Dach zu schlafen; es ist eine gelebte Gemeinschaft, die zentral für unsere Identität und unseren Auftrag ist. Die regelmäßigen Kapitelversammlungen sind besondere Zeiten, in denen die Gemeinschaft zusammenkommt, um zu beten, auf den Heiligen Geist zu hören und seine Eingebungen zu erkennen; je umfassender die Teilnahme, desto fruchtbarer der Auftrag. Papst Franziskus wünscht sich, dass die ganze Kirche so handelt und gemeinsam erkennt, wozu Gott uns beruft und wie wir gemeinsam in die Zukunft gehen können.




