
Gegründet für den Frieden, gegründet für die Brüderlichkeit
von Bruder Andrew Angatia, OFM Conv.
Mein Name ist Bruder Andrew Angatia, OFM Conv., aus der Provinz St. Franziskus von Assisi in Kenia. Ich studiere derzeit im dritten Jahr Philosophie an der St. Bonaventure University in Lusaka, Sambia, und werde mein Studium bald abschließen.
Ich bin dankbar, an einer franziskanischen Universität ausgebildet worden zu sein, wo Brüder der drei Familien des Ersten Ordens (die OFMs, die OFM Caps und die OFM Convs) zusammenkommen, um in brüderlicher Gemeinschaft zu leben, zu studieren und zu wachsen. Diese Erfahrung hat mir geholfen zu verstehen, dass es im franziskanischen Leben nicht nur um persönliche Heiligkeit geht, sondern auch um gemeinsame Werte des Evangeliums, Brüderlichkeit und das Lernen, als eine Familie in Christus zu leben.
Während meiner Zeit an der St. Bonaventure University hatte ich das Glück, an Feierlichkeiten zu wichtigen Ereignissen im Leben des heiligen Franziskus teilzunehmen: der Genehmigung der Späteren Regel, dem Sonnengesang, dem Ereignis der Stigmata und nun dem 800. Jahrestag seines Übergangs in den Himmel. Das gemeinsame Feiern dieser Momente stärkt unser Zusammengehörigkeitsgefühl als weltweite franziskanische Gemeinschaft. Dieses Jubiläumsjahr vertieft mein persönliches Verständnis von Frieden.
Für den heiligen Franziskus war Frieden keine abstrakte Idee. Er war eine Art, mit Gott, mit anderen Menschen und mit allen Geschöpfen in Beziehung zu treten. Sein Gruß “Der Herr schenke euch Frieden” drückte eine ganze Weltanschauung aus. Er nannte sogar den Tod “Schwester Tod” und lehrte uns damit, dass er nicht einfach das Ende, sondern der Übergang ins ewige Leben ist.
Das mag eine herausfordernde Vorstellung sein, besonders in Kulturen, in denen der Tod oft gefürchtet oder vermieden wird. Doch Franziskus lädt uns ein, schon jetzt ein versöhntes Leben zu führen, damit unser Weg zum Vater von Vertrauen und nicht von Furcht geprägt sei.
In Afrika ist der Frieden auf vielfältige Weise bedroht: Stammesdenken, Korruption, Ausbeutung der Armen, Zerstörung der Tierwelt und die rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Diese Probleme sind eng miteinander verbunden. Wenn die Armen ausgebeutet, die Schöpfung geschädigt und Gemeinschaften gespalten werden, zerbricht der Frieden.
Unser afrikanisches Konzept von Ubuntu, oft übersetzt als “Ich bin, weil wir sind.” Es spiegelt auf wunderbare Weise den franziskanischen Geist wider. Es erinnert uns daran, dass wir zusammengehören. Wir tragen Verantwortung füreinander. Wir können nicht nur für uns selbst Frieden suchen und dabei das Leid unserer Brüder, Schwestern und der Schöpfung ignorieren.
Der heilige Franziskus lehrt uns nicht nur, den Armen zu helfen, sondern ihnen beizustehen. Die Armen sind keine Objekte der Sorge. Sie sind unsere Brüder und Schwestern, und wir sind berufen, Beziehungen zu ihnen aufzubauen.
Während ich meine Ausbildung fortsetze, ist es mein Wunsch, ein franziskanisches Leben zu führen, das auf Solidarität, Brüderlichkeit und Frieden gründet. Wenn wir dieser Berufung treu folgen, selbst im Kleinen, können wir zu einem friedlicheren Afrika beitragen und als eine Menschheitsfamilie unserem eigenen Übergang zum Vater entgegengehen.




