
Unbeugsamer Glaube:
Das Erbe der Franziskaner in der Auslands- und Inlandsmission
Von Bruder Martin Day, OFM Conv.
Die Provinz Unserer Lieben Frau vom Trost blickt auf eine lange Tradition der Entsendung von Ordensbrüdern in ausländische Missionen zurück, in manchen Fällen ohne die Erwartung, dass sie jemals zurückkehren würden. Unsere ersten vier Missionare, die 1946 nach Nordrhodesien (dem heutigen Sambia) entsandt wurden, gingen mit dem Bewusstsein, dass sie höchstwahrscheinlich nicht zurückkehren würden; und so war es auch. Sie alle sind in Sambia begraben.
Bereits kurz nach der Gründung der Kirchenprovinz im Jahr 1926 begannen unsere Brüder mit ihrer Missionstätigkeit in den sogenannten “Heimatmissionen”, Gebieten der Vereinigten Staaten, in denen die Kirche noch im Aufbau war. In Nebraska und Wyoming errichteten die Brüder in regelmäßigen Abständen entlang der Eisenbahnlinien Kirchen und betreuten diese viele Jahre lang treu. Im Südwesten leisteten die Brüder einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau von Pfarrgemeinden, beispielsweise in Carlsbad, Jal und Hobbs in New Mexico.
Der nächste Aufschwung der Missionsarbeit begann in den 1970er Jahren, als die Provinz Brüder nach Mittelamerika entsandte, um dort den Orden zu gründen. Diese engagierten Brüder zahlten während ihrer Abwesenheit nicht in die Provinzpensionskasse ein. Wir unterstützen derzeit die Missionsarbeit unter Einwanderern und Flüchtlingen sowie unter den Bedürftigen unserer eigenen indigenen Bevölkerung. Die Mittel für deren zukünftigen Ruhestand sind nun in diese Unterstützung einbezogen.
Die Versorgung unserer älteren Ordensbrüder war kein dringendes Anliegen, solange genügend junge Brüder nachkamen. Unser Ruhestandsplan war einfach: Die älteren Brüder sollten von den jüngeren, im aktiven Dienst stehenden Brüdern unterstützt werden. Dieser Plan funktionierte jahrzehntelang. Heute funktioniert er nicht mehr.
Erst 2001 trat die Provinz der Sozialversicherung bei. Man ging davon aus, die Altersvorsorge intern decken zu können. Daher erhalten viele unserer Brüder, sowohl jene, die auf Mission waren, als auch jene, die in der Heimat seelsorgerisch tätig waren, monatlich nur eine geringe Rente. Ihnen fehlt eine Einkommenshistorie, insbesondere nach langjähriger Tätigkeit in der Auslands- und Inlandsmission. Im Jahr 2001 wurde deutlich, dass die Zahl der jungen Männer, die dem Orden beitraten, nicht ausreichen würde, um alle älteren Brüder im Ruhestand zu unterstützen. Andere Finanzierungsquellen mussten erschlossen werden. Ein beträchtlicher Teil der aktuellen Altersvorsorgereserven der Provinz stammt aus dem Erlös des Verkaufs von nicht seelsorgerisch genutzten Immobilien. Diese Reserven schwinden nun, da immer mehr Brüder aus dem aktiven Vollzeitdienst ausscheiden und für ihren Lebensunterhalt auf die Mittel der Provinz angewiesen sind.
Ein Schwerpunkt unserer Spendenaktionen liegt derzeit auf der Unterstützung und Betreuung unserer älteren Brüder – sowohl jener, die als Missionare im Ausland tätig waren, als auch jener, die in den traditionellen Missionswerken unserer Provinz gewirkt haben. Wir sind dankbar für die Unterstützung all unserer Förderer, die sich an die Geschichten der guten Arbeit dieser Brüder erinnern und ihre Bedürfnisse in ihrem wohlverdienten Ruhestand verstehen. Wir hoffen, dass wir auch weiterhin auf die Hilfe unserer treuen Freunde und Förderer zählen können, um dieses dringende Anliegen zu erfüllen.
Unsere emeritierten oder im Vorruhestand befindlichen Brüder bewirken weiterhin Gutes im Leben so vieler Menschen. Sie finden Freude und Erfüllung darin, ihren Dienst fortzusetzen, auch wenn er nur noch in begrenztem Umfang möglich ist. Es gibt ein altes Sprichwort: “Ob Schnee auf dem Dach liegt oder nicht, im Ofen brennt das Feuer.” Unsere älteren Brüder nähren weiterhin die Leidenschaft, die sie einst zum franziskanischen Leben geführt hat, und dienen den Menschen Gottes. Vielen Dank für Ihre Unterstützung, diese Leidenschaft am Brennen zu halten.




