Ein Blick auf die Gnade
Es gibt so viele Geschichten, die ich gern erzählen würde. Momentan bin ich krankgeschrieben, weil ich mich von meiner Lyme-Borreliose erhole. In meinem Arbeitsgebäude wohnen auf der einen Seite Nonnen, und dahinter befindet sich ein Kloster. Vor etwa zwei Jahren, als ich mir Sorgen machte, beschloss ich, spazieren zu gehen. Als ich um eine Kurve bog, überkam mich plötzlich Ehrfurcht, als die Sonne über den Bäumen aufging. Es schneite leicht, und obwohl ich den Weg schon oft gegangen war, überkam mich ein unbeschreibliches Gefühl. Es schien von der Sonne auszugehen und erfüllte mich mit etwas, das ich nur als Gnade beschreiben kann.
Ich holte mein Handy heraus und machte ein paar Fotos. Wochen später, als ich sie mir ansah, staunte ich, wie klar die Schneeflocken darauf zu sehen waren. Auf einem Foto bemerkte ich ein winziges türkisfarbenes Licht, nicht größer als eine Schneeflocke. Neugierig zoomte ich heran, und zu meinem Erstaunen enthüllte das Licht ein Gesicht, das dem auf dem Turiner Grabtuch zum Verwechseln ähnlich sah.
Ich zeigte das Bild vielen Leuten, ohne anzudeuten, wem es meiner Meinung nach ähnelte, doch alle sagten sofort: “Das sieht aus wie Jesus.” Ich schickte das Foto meiner Chefin, und sie antwortete: “Andrea, oh mein Gott! Das ist das Gesicht, zu dem ich jeden Tag bete – das Gesicht auf dem Turiner Grabtuch.”
Ich kann es selbst immer noch nicht fassen.
Gott segne euch alle. Frieden.
Andrea Cortese



