
Das wichtigste Fest der Christen ist ihr Gottesdienst am Sonntag. Es ist der Tag der Auferstehung Christi, der erste Tag der Woche. Alle anderen Feste im Kirchenjahr verblassen im Vergleich dazu. Es dauerte nicht lange, bis die frühen Christen begannen, einen dieser wöchentlichen Sonntage einmal im Jahr besonders zu feiern, um die zentrale Bedeutung jedes Sonntags auf eine deutlichere und kraftvollere Weise zu erfahren. Der Sonntag ist die Erinnerung an und die Verkündigung des “Geheimnisses des Glaubens”. Er ist auferstanden!
Die alljährliche Feier des Pascha Christi am Sonntag, des Übergangs vom Tod im sterblichen Leib zum ewigen Leben in Herrlichkeit zur Rechten des Vaters, beginnt mit der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag. Warum? Diese damals neue jährliche Feier des Osterlamms entwickelte sich bald zu einer dreitägigen Feier der einen Osterliturgie. Sie endet mit der Erneuerung des Halleluja gegen Ende der Osternacht am Karsamstag. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese dreitägige heilige Feier kein bloßes Gedenken ist. Sie ist vielmehr eine einzige Liturgie: die Teilhabe an der gegenwärtigen Vollendung unseres Heils.
Die Einführung des Abendmahls am Gründonnerstag ist vor allem durch die Demütigung eines Dieners gekennzeichnet, der Wasser in ein Becken gießt und Füße wäscht. Daraus leitet sich die Bedeutung der Teilhabe an seinem Leiden ab, nämlich “dasselbe zu tun”. Am Karfreitag wird das Leiden Christi in einer Wortgottesfeier verkündigt, die das Evangelium vom Leiden des Herrn verkündet. Am Karsamstag herrscht Stille, während Jesus im Grab zu den Toten hinabsteigt. Es wird keine Liturgie gefeiert.
Diese drei Ereignisse finden in der Osternacht ihren Höhepunkt. Ein zentrales Symbol der Auferstehung ist der Sieg des Lichts über die Dunkelheit: “Christus, unser Licht!” In dieser Nacht hören wir die biblischen Erzählungen unserer Heilsgeschichte und erwarten einen neuen Tag. Wir warten auf den Ruf des neuen Oster-Halleluja. Mit diesem Halleluja wird die Botschaft von Jesu Auferstehung verkündet. Die Ostermesse beginnt. Alle drei Sakramente des Osterfestes werden gefeiert: Taufe, Firmung und Erstkommunion (für Erwachsene).
Die primäre Osternachtsmesse ist die wichtigste Eucharistiefeier des gesamten Kirchenjahres. Sie verleiht jedem anderen Sonntag im Jahr eine tiefere Bedeutung. Danach, beginnend am Ostermorgen und durch die sieben Sonntage der Osterzeit bis Pfingsten, feiern wir unaufhörlich den “einen großen Sonntag” und verkünden immer wieder aufs Neue das “Geheimnis des Glaubens”.”



