
Die katholische Kirche kam erstmals in Gestalt des Volkes der Wea in das heutige Westindiana. Die Wea wurden im 18. Jahrhundert von Jesuiten missioniert. Sie errichteten Dörfer entlang des Wabash River und stellten oft ein großes Kreuz in die Mitte. Ihnen schlossen sich französische Pelzjäger und Händler an, und nach 1800 folgten zahlreiche irische und deutsche katholische Siedler. 1816 gründeten die Amerikaner die Stadt Terre Haute und vertrieben die französischen und indianischen Katholiken.
1837 kam der neue Bischof von Vincennes, Indiana, Simon Bruté, nach Terre Haute und gründete zwei Pfarreien: St. Joseph in Terre Haute City und St. Mary’s Village im Wald auf der anderen Flussseite. Wanderpriester betreuten diese Pfarreien. 1840 traf Mutter Théodore Guérin – die spätere Heilige Théodore – aus Frankreich ein und wurde zu einer treibenden Kraft für die örtliche Kirche. Sie gründete das Mutterhaus der Schwestern der Vorsehung, das College St. Mary of the Woods und die St. Vincent Academy für Mädchen in der Pfarrei St. Joseph und inspirierte die Gemeindemitglieder zu größeren Visionen. 1842 wurde Pater Simon Lalumière Pfarrer von St. Joseph und wirkte 15 Jahre lang eng mit Mutter Théodore zusammen.
1865 übernahmen die Benediktinermönche von St. Meinrad die Seelsorge in Terre Haute. Die Stadt war in den 1850er Jahren rasant gewachsen, und Tausende von Neuankömmlingen waren hinzugekommen. Die Benediktiner erkannten schnell die Notwendigkeit einer zweiten Pfarrei und gründeten daher St. Benedikt nur vier Blocks von St. Joseph entfernt als deutsche Pfarrei. Die Mönche stellten sich diese beiden Pfarreien als Schwestern vor, die gemeinsam das Volk Gottes stärken sollten.
Die Benediktiner suchten nach einem anderen Orden, der die Seelsorge in den Pfarreien übernehmen sollte, da die Pfarrarbeit nicht ihrem Charisma entsprach. 1872 führte Bruder Leopold Moczygemba – der ehemalige Leiter der Konventualen Franziskaner in den Vereinigten Staaten – eine Gruppe von Brüdern nach Terre Haute, um die Benediktiner abzulösen. Die Brüder gründeten zwei Klöster, eines in jeder Pfarrei. Seitdem dienen wir den Katholiken in dieser Gegend. 1982 wurden die beiden Klöster zum Kloster St. Maximilian Kolbe zusammengelegt.
So viele Fäden laufen in Terre Haute zusammen und weben einen Teppich, der sich in die Welt ausbreitet. Das Leid der Ureinwohner, der Pioniergeist verschiedener Ordensgemeinschaften, die Erfahrungen katholischer Einwanderer, die Industrialisierung, der postindustrielle Wandel Amerikas – all das spiegelt sich in den Pfarreien von Terre Haute wider. Diese Stadt brachte den Franziskanerkonvent einen Generalminister (Bruder Basil Heiser) und viele weitere Söhne des heiligen Franziskus hervor. Die Menschen dort inspirieren uns bis heute.
Während meines Dienstes in Terre Haute bin ich mir bewusst, dass so viele Brüder vor mir diese Straßen entlanggegangen sind und in diesen Kirchen seit 153 Jahren gepredigt haben. Unsere Tradition ist lebendig, verwurzelt im Geist des heiligen Franziskus und – so unser inniges Gebet – vom Heiligen Geist geleitet. Ich bin gespannt, was die nächsten 153 Jahre bringen werden!




